Ohne Tino Boos (Schulterverletzung) waren die Scorpions am heutigen Sonntag Mittag nach Berlin gereist, ansonsten konnte das Trainergespann auf alle Akteure zurückgreifen. Für Boos rückte Garrett Festerling in die dritte Reihe und Alex Jung durfte zwischen den Pfosten für die Gäste beginnen. Doch die ersten Minuten in der O2-World gehörten eindeutig den Hausherren. Berlin kam mit viel Druck aus der Kabine und nach nur zwei Minuten führten die Hauptstädter bereits mit 1:0. Nach einer Unachtsamkeit vor dem Scorpions-Gehäuse kam Florian Busch nach Vorarbeit von Steve Walker und Denis Pederson frei zum Schuss, der Puck schlug aus fünf Metern über Alex Jungs Stockhand zum 1:0 im Gehäuse der Niedersachsen ein. Auch in der Folgezeit blieb Berlin am Drücker, erst Garrett Festerling sorgte nach sechs Minuten für die erste Entlastung der Gäste, die allerdings auch danach weiter Probleme hatten, in die Partie zu finden. Insbesondere in eigener Unterzahl sahen sich die Leinestädter großem Druck der Eisbären gegenüber, mit etwas Glück und jeder Menge Arbeit blieb es jedoch zunächst beim 0:1. Als nach gut 17 Minuten mit Adam Mitchell ein weiterer Skorpion auf die Strafbank musste, schien weiteres Unheil auf das Scorpions-Tor zuzukommen, doch plötzlich stand es 1:1. Aris Brimanis hatte Rainer Köttstorfer bedient, der setzte sich auf der rechten Seite gegen Stefan Ustorf durch und traf ins kurze Eck zum zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden 1:1-Ausgleichstreffer für Hannover. Die Glücksgefühle der Gäste dauerten jedoch nur 18 Sekunden an, dann führte Berlin wieder. Noch in der selben Überzahl traf Andrew Roach zum 2:1 für die Eisbären, die mit diesem Vorsprung auch in die erste Pause gehen konnten. Hans Zach sah sich ob der Überlegenheit der Gastgeber gezwungen etwas zu ändern und wechselte Dimitri Pätzold ins Tor der Scorpions. Doch am Kräfteverhältnis auf dem Eis änderte dies zunächst wenig. Angriff um Angriff rollte auf das Tor von Pätzold zu, der hielt seinen Kasten jedoch sauber. Einzig Garrett Festerling sorgte nach 24 Minuten für etwas Entlastung, seinen Pass konnte Niki Mondt allerdings aus bester Position nicht verwerten und die Scorpions lagen weiter mit 1:2 zurück. Erst Mitte des zweiten Drittels konnten sich die Hannoveraner etwas vom Druck der Gastgeber befreien, doch zunächst scheiterte Sascha Goc mit einem Schlagschuss noch. Anders nach 34 Minuten. Nach toller Vorarbeit von Sachar Blank traf der Verteidiger der Scorpions aus halbrechter Position über die Fanghand von Rob Zepp hinweg zum 2:2 und die Gäste waren zurück in der Partie. Plötzlich lief die Scheibe wieder rund und nur zwei Minuten später war Sascha Goc erneut zur Stelle. In Überzahl traf die Nummer 7 nach schönem Querpass von Tore Vikingstad zum 3:2 für Hannover - die Partie war auf den Kopf gestellt und noch vor der zweiten Drittelpause hatten Thomas Dolak und Matt Dzieduszycki gar die Chance zum 4:2 bzw. 5:2. So aber gingen die Gäste mit einem knappen 3:2-Vorsprung ins letzte Drittel, spielten aber nun mit den Eisbären auf Augenhöhe. Chancen auf beiden Seiten waren die Folge von denen Garrett Festerling eine der Größten vergab. Der Stürmer der Scorpions verletzte sich bei dieser Aktion an der Wirbelsäule, nach Spielende konnte jedoch schnell wieder Entwarnung gegeben werden. Martin Hlinka rückte nach dem Ausfall von Festerling in die dritte Reihe und hatte nach 48 Minuten prompt die Chance zur Vorentscheidung, doch auch Rob Zepp zeigte eine tolle Partie. In den Folgeminuten nahm der Druck der Gastgeber logischerweise immer mehr zu, doch die Scorpions kämpften mit allen möglichen und erlaubten Mitteln um die drei Punkte. Gleich zweimal stand Aris Brimanis dabei im Mittelpunkt. Einmal verhinderte sein Schlittschuh den fast sicheren Torerfolg der Berliner, Sekunden später rettete Dimitri Pätzold mit einem Hechtsprung das 3:3, nachdem der Puck von Schlittschuh von Brimanis abgeprallt war und Richtung Tor rutschte. Die Entscheidung zugunsten der Niedersachsen dann 133 Sekunden vor Spielende. Denis Pederson musste wegen hohem Stock auf die Strafbank, Berlin versuchte es dennoch ohne Torhüter und fing sich zwei Empty Net Goals. Bereits zwei Minuten vor Spielende traf Sascha Goc mit seinem dritten Tor zum 4:2, zwei Sekunden vor Spielende war auch noch Eric Schneider erfolgreich, der den Treffer zum 5:2-Endstand erzielen konnte. Im Rahmen der Partie zwischen den Eisbären Berlin und den Hannover Scorpions wurde übrigens auch das Heimrecht für das Pokalfinale ausgelost. Das Glück war dabei nicht auf Seiten der Scorpions, die am 24. Februar 2009 entweder nach Wolfsburg oder Straubing reisen müssen. Wer der Gegner und damit auch Gastgeber der Scorpions im Finale ist, entscheidet sich am 01. Februar 2009, wenn das zweite Halbfinale zwischen Wolfsburg und Straubing ausgespielt wird. Eisbären Berlin - Hannover Scorpions 2:5 (2:1, 0:2, 0:2) Tore: 1:0 Busch (Walker, Pederson - 01:19 Min.), 1:1 Köttstorfer (Brimanis - 17:36 Min. - SH1 - 6. Feldspieler), 2:1 Roach (Quint, Pederson - 17:54 Min. - PP1), 2:2 S. Goc (Blank - 33:58 Min.), 2:3 S. Goc (Vikingstad - 35:50 Min. - PP1), 2:4 S. Goc (58:00 Min. - PP1 - ENG), 2:5 Schneider (Lambert - 59:58 Min. - ENG) Strafen: Berlin 12, Hannover 14 Schiedsrichter: Roland Aumüller Zuschauer: 14.200 (ausverkauft) |