Ohne die verletzen Tino Boos und Ben Cottreau, ansonsten aber mit zwölf Stürmern und acht Verteidigern sowie Travis Scott im Tor der Leinestädter starteten die Hannover Scorpions in die Mission "Titelverteidigung". Doch die ersten Minuten der Partie gehörten klar den Gastgebern, die es immer wieder schafften, Hannover im eigenen Drittel einzuschnüren und bereits früh musste Travis Scott sein ganzes Können zeigen, um sein Team vor einem Rückstand zu bewahren. Die erste Angriffsaktion der Gäste leitete dann quasi prompt das 0:1 ein. Zunächst wusste sich Wolfsburgs Neuzugang Jeff Hoggan nur regelwidrig zu helfen und kassierte dafür eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Behinderung, wenig später musste John Laliberte nach einem Check gegen den Kopf von Patrick Köppchen gar mit einer Matchstrafe vom Eis und der Deutsche Meister hatte 79 Sekunden doppelte Überzahl. Gut eine Minute benötigten die Scorpions um sich den Gegner zurecht zu legen, dann zog Sascha Goc von der blauen Linie ab, Adam Mitchell stand goldrichtig und versenkte den Abpraller zum Führungstreffer für die Hannoveraner. In der Folgezeit verpassten es die Gäste die noch fast vierminütige Überzahl zu einem weiteren Treffer zu nutzen, stattdessen kam Wolfsburg nach genau 13 Minuten zum Anschluss. Travis Scott wehrte zunächst noch erstklassig ab, doch Tyler Haskins stand völlig frei und traf ebenfalls per Abstauber zum zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten 1:1-Ausgleich. Nachdem im ersten Abschnitt keine weiteren Tore gefallen waren begann Drittel zwei sehr ausgeglichen. Beide Team störten sich sehr früh und kämpften verbissen um jeden Zentimeter Eis. Ein Konter über Saschar Blank und Adam Mitchell war es dann nach gespielten gut vier Minuten, die Aris Brimanis mit einem fulminanten Schlagschuss aus der Halbdistanz zum 1:2 verwerten konnte. Wolfsburgs Keeper Jochen Reimer sah bei dieser Aktion etwas unglücklich aus, hatte wohl aber wie der Großteil der Zuschauer auch mit einem Pass von Brimanis zum ebenfalls gut stehenden Adam Mitchell gerechnet. Die Hausherren antworteten mit wütenden Angriffen, doch die Scorpions-Defensive stand. Und wenn doch einmal ein Puck den Weg Richtung Tor fand, brachte Travis Scott immer noch seinen Schläger, ein Teil seines Körpers oder gar den Schlittschuh zwischen den Puck und das Tor. Doch auch Jochen Reimer war bei einigen Kontern der Scorpions gut beschäftigt, die letzte Konsequenz im Abschluss verhinderte allerdings eine frühe Vorentscheidung zugunsten der Leinestädter. Auch in Drittel drei ein unverändertes Bild. Mehr als es Neu-Trainer Toni Krinner recht schien agierten die Scorpions in der Defensive, Wolfsburg konnte sich dennoch nicht die ganz großen Chancen erspielen. Als Matt Dzieduszycki nach gut 54 Minuten wegen Stockschlags auf die Strafbank musste, schien die Chance für die Gastgeber gekommen, doch Wolfsburg konnte die Überzahl nicht nutzen und stattdessen spielte Martin Hlinka den gerade von der Strafbank kommenden "Diesel" mustergültig an. Dzieduszycki war auf und davon und ließ Jochen Reimer im Tor der Gastgeber keine Chance, das 1:3 zu diesem Zeitpunkt war mehr als eine Vorentscheidung. Zwar wäre den Hausherren 2,6 Sekunden vor Schluss fast noch etwas Ergebniskosmetik gelungen, doch mit deutlich zu hohem Stock wurde ein Schuss der Grizzly Adams ins Tor der Scorpions abgelenkt. Hauptschiedsrichter Aumüller schaute sich die Szene zur Sicherheit noch einmal auf Video an, entschied dann jedoch völlig zu recht auf "Nicht-Tor" und besiegelte damit die 1:3-Heimniederlage der Grizzly Adams Wolfsburg im Niedersachsen-Derby gegen den Deutschen Meister aus Hannover. Grizzly Adams Wolfsburg - Hannover Scorpions 1:3 (1:1, 0:1, 0:1) Tore: 0:1 Mitchell (Dzieduszycki, S. Goc - 04:40 Min. - PP2), 1:1 Haskins (Hoggan, Fischer - 13:00 Min.), 1:2 Brimanis (Mitchell, Blank - 24:06 Min.), 1:3 Dzieduszycki (Hlinka, Maki - 56:29 Min.) Strafen: Wolfsburg 4 + Matchstrafe (Laliberte), Hannover 12 Schiedsrichter: Roland Aumüller Zuschauer: 3.343 |